Die albanische Sprache ist eine der ältesten Sprachen des Balkans und bildet einen eigenen Zweig innerhalb der indoeuropäischen Sprachfamilie. Wie der renommierte Linguist Eqrem Çabej betonte, ist das Albanische keine Ableitung einer anderen indoeuropäischen Sprache – es steht für sich.
Im Laufe der Geschichte wurde Albanisch durch den Kontakt mit Nachbarvölkern von Sprachen wie Latein, Griechisch, Slawisch und Türkisch beeinflusst. Trotz dieser Einflüsse hat die Sprache ihre einzigartige Struktur und Identität bewahrt.
Heute sprechen weltweit etwa 6 Millionen Menschen Albanisch, insbesondere in Albanien, Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro, Serbien, Griechenland sowie in diasporischen Gemeinden. Es ist die Amtssprache in Albanien, Kosovo und Nordmazedonien.
Die albanische Sprache hat zwei Hauptdialekte: Gegisch (Norden) und Toskisch (Süden). Obwohl es Unterschiede in Aussprache und Grammatik gibt, sind diese Dialekte keine Gegensätze, sondern Ausdruck eines reichen sprachlichen Erbes.
Die albanische Standardsprache basiert auf dem literarischen Toskisch und wurde nach der Sprachkommission von Shkodra (1916) gefestigt. Später wurde sie durch Elemente aus dem Gegischen bereichert.
Albanisch zu lernen bedeutet nicht nur eine neue Sprache zu beherrschen – es ist ein Weg, sich selbst besser zu verstehen, die eigenen Wurzeln zu entdecken und Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu bauen.

Obwohl das Albanische zu den ältesten Sprachen Europas gehört, ist seine schriftliche Dokumentation vergleichsweise jung. Die älteste bekannte Aufzeichnung ist die „Taufformel“ (1462) von Pal Engjëlli. Weitere wichtige Dokumente sind das Wörterverzeichnis von Arnold von Harff (1496), das Evangelium vom Ostersonntag und schließlich das berühmte „Meshari“ (Missale) von Gjon Buzuku (1555) – das erste gedruckte Buch auf Albanisch.
Diese historischen Texte zeigen, dass beide Dialekte eine schriftliche Tradition hatten und die albanische Sprache eine zentrale Rolle in der kulturellen und religiösen Identität des albanischen Volkes spielte.